Am 12.05.2006 mit dem Skywalk Chili nordöstlich der Steinplatte, auf dem Weg in das Pinzgau.

Beim Streckenfliegen geht es darum, thermisch Höhe zu gewinnen, zum nächsten Aufwind zu gleiten, dort wieder Höhe zu gewinnen und so fort. So lassen sich Strecken von mehr als hundert Kilometer zurücklegen. Es ist sozusagen ein Spiel gegen die Schwerkraft, wobei man zum Obenbleiben die Sonnenenergie nutzt. Sehr gute Kenntnisse über die Wetterbedingungen, in denen man fliegt, gehören genauso zu den benötigten Eigenschaften, wie eine gute Gerätebeherrschung und das Gefühl für die umgebende Luftmasse. Um zu erkennen, wo es nach oben geht, muss man sozusagen die Landschaft lesen können.

Bei langen Streckenflügen startet man am Vormittag mit dem Einsetzen der Thermik und ist den ganzen Tag unterwegs. Um weit zu fliegen, muss man mental stark sein und eine gute Ausdauer haben, um auch noch nach vielen Flugstunden die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Auf Initiative des Deutschen Hängegleiterverbandes gibt es seit 2002 den OLC, einen dezentralen Streckenflugwettbewerb bei dem es um die Länge der geflogenen Strecke geht. Jeder Pilot kann seine geflogene Strecke mit einem GPS-Gerät aufzeichnen und danach die Flugdaten im Internet hochladen, sodass nach einem Flugtag zeitnah die geflogenen Strecken für jeden im Internet zu sehen sind. Die drei besten Flüge des Jahres zählen. Es gibt zwei Geräteklassen, je nach Leistungsfähigkeit des Fluggerätes: Die Sportklasse , bis DHV 2 und die offene Klasse , bei der auch sehr leistungsfähige Prototypen fliegen dürfen. Freie Strecken in eine Richtung werden mit dem Faktor 1,5 bewertet. Am Abend möglichst nah an den Ausgangspunkt zurück zukehren gilt als schwierig, sodass dafür ein Faktor von 1,75 angesetzt wird. Wer es schafft, ein möglichst gleichschenkeliges Dreieck zu fliegen, kann die geflogenen Kilometer mit dem Faktor 2 multiplizieren. Diese Flugaufgabe nennt sich auch FAI-Dreieck, ist am anspruchsvollsten zu fliegen, bringt dafür auch die meisten Punkte.

Seit der Saison 2004 fliege ich als Teampilot für die Firma Skywalk. Den Jahresrücklick 2004 findet ihr hier. Der Sommer 2005 war vor allem von Juni bis August von viel Feuchtigkeit geprägt. Da ging nicht viel. Dafür sorgte Ende Mai und Anfang Juni eine Woche mit Hammertagen für ungewöhnliche gute Bedingungen. Gut, dass es mir trotz vieler Arbeit in der eigenen Firma gelang, einige Tage davon mitzunehmen. Die Platzierungen auf den vorderen Plätzen wurden in diesen Tagen ausgeflogen und haben sich danach kaum mehr verändert.

In der Saison 2006 fliege ich nun einen neuen Leistungsflügel, einen Cayenne2 S von Skywalk . Zusätzlich leistete ich mir, dank dem Geburtstagssponsoring vieler Freunde, ein neues verkleidetes Gurtzeug von Charly , das nicht nur wärmere Füße bringt, sondern auch etwas strömungsgünstiger sein dürfte. Trotz dem langen Winter und dem vielen Schnee fing die Streckenflugsaison 2006 auf der Alpennordseite schon im April im Pinzgau gut an. Anfang Mai gelang mir dann meine persönliche Bestleistung mit einem 171 km FAI-Dreieck vom Hochfelln. Eine gute Woche später konnte ich mit einem 124 km FAI-Dreieck vom selben Berg noch einen Flug nachlegen. Damit ist schon einmal ein guter Grundstock für das weitere Jahr gelegt.

Sportklassewertung 2004 Flüge 2004
Sportklassewertung 2005 Flüge 2005
Sportklassewertung 2006 Flüge 2006





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