Gleitschirmfliegen wurden 1978 durch zwei Franzosen bekannt, als sie mit Flächensprungschirmen Fußstartversuche durchführten. Seit 1987 ist das Gleitsegeln in Deutschland vom Bundesminister für Verkehr genehmigt. Heutige Gleitschirme sind elliptische Tragflächen von 20 bis 30 qm, deren Kammern im Flug durch Staudruckluft gefüllt und versteift werden. Verbunden ist der Pilot mit dem Gleitsegel durch die von der Segelunterseite herablaufenden Fangleinen und das Gurtzeug. Das Gleitsegel wird normalerweise durch eine rechte und linke Steuerleine, die das Gleitsegel einseitig abbremsen, gesteuert. Gleichzeitige Betätigung beider Steuerleinen vermindert die Fluggeschwindigkeit. Die Fluggeschwindigket moderner Gleitschirme mit gutmütigen Flugeigenschaften, reicht von 22 km/h bis 50 km/h. Die Gleitleistung moderner Gleitsegel liegt bei ca. 1 : 8, d. h. von einem 1000 m hohen Berg kann man bei Windstille 8 km abgleiten.
Wie bei den anderen Luftsportarten braucht ein Gleitsegelpilot in Deutschland einen staatlichen Luftfahrerschein, der vom Beauftragten des Luftfahrtbundesamtes, dem DHV erteilt wird. Zuerst darf man nur im Gleitwinkelbereich des Landeplatzes fliegen. Mit entsprechender Praxis und einer weiterer Ausbildung kann man den Streckenflugschein machen. Um Passagiere fliegen zu dürfen ist eine weitere Ausbildung notwendig. Insgesamt 50 Ausbildungsflüge müssen vor der Prüfung absolviert werden. Vorher muß der Pilot eine Praxis von mindestens 300 Flügen nachweisen. Freiwillig, aber gerade für Tandempiloten ebenso wichtig, ist die Teilnahme an einem Sicherheittraining, bei dem das Beherrschen von extremen Flugsituationen trainiert wird. Wie bei jeder Luftsportart, sollte auch beim Gleitschirmfliegen die Flugsicherheit an erster Stelle stehen. Gerade weil Gleitschirmfliegen liberal geregelt wird, stehen Selbstdisziplin und Beachtung der Sicherheitsvorschriften im Vordergrund. Kernstück der Sicherheit sind ein zugelassenes Fluggerät "mit Gütesiegel", geeignete persönliche Ausrüstung und eine fundierte Pilotenausbildung. Wichtig ist auch die richtige Wahl der Gleitschirmkategorie, d. h. für das eigene Pilotenkönnen einen entsprechend fehlerverzeihenden Schirm zu wählen. Fast alle Tandemschirme gehören zu den gutmütigen Geräten. Trotzdem bieten diese Schirme mittlerweile eine Flugleistung, die sogar kleinere bis mittlere Streckenflüge möglich machen. Wegen eventueller Notfälle ist es vorgeschrieben, ein Rettungsgerät mitzuführen, das aus einem speziell zugelassenen Fallschirm besteht.
Sonnenschein und andere Flieger in der Luft sind beim Gleitschirmfliegen noch kein Freibrief für den eigenen Start. Erst nach dem Abwägen aller Informationen wird die eigene Startentscheidung fallen. Gerade beim Tandemfliegen ist das besonders wichtig. Weitere Informationen über das Gleitschirmfliegen: Gleitschirm-FAQ |
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